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	<title>keine kuhhaut &#187; Entscheidungshilfen</title>
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	<description>Rechtschreiben, bis das Tor fällt</description>
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		<title>selbst&#228;ndig oder selbstst&#228;ndig &#8211; ein alter Streit</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Nov 2010 15:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laut-Buchstaben-Zuordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Fr&#252;her habe ich nicht dar&#252;ber nachgedacht, dass das Wort selbst&#228;ndig auch mit zwei st geschrieben werden k&#246;nnte. Bis zu jenem Tag in der germanistischen Sprachfertigkeitsklausur, die zwischen Grund- und Hauptstudium stand: Die Aufgabe bestand darin, einen Text zu korrigieren. Pl&#246;tzlich ein Blackout, Unsicherheit &#8211; stimmt selbst&#228;ndig? Oder hei&#223;t es nicht doch selbstst&#228;ndig? Auch das Hilfsmittel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fr&#252;her habe ich nicht dar&#252;ber nachgedacht, dass das Wort <em>selbst&#228;ndig</em> auch mit zwei <em>st</em> geschrieben werden k&#246;nnte. Bis zu jenem Tag in der germanistischen Sprachfertigkeitsklausur, die zwischen Grund- und Hauptstudium stand: Die Aufgabe bestand darin, einen Text zu korrigieren. Pl&#246;tzlich ein Blackout, Unsicherheit &#8211; stimmt <em>selbst&#228;ndig</em>? Oder hei&#223;t es nicht doch <em>selbstst&#228;ndig</em>? Auch das Hilfsmittel &#8220;Notieren und schauen, was korrekt aussieht&#8221; half nicht. Tja, ich korrigierte <em>selbst&#228;ndig</em> in <em>selbstst&#228;ndig</em> und konnte das dann sp&#228;ter immerhin als Anekdote aus dem Land der totalen Peinlichkeit verwenden. Lachen Sie nur.</p>
<p>Drei Jahre nach der Klausur w&#228;re die Korrektur nur &#252;bereifrig, aber nicht mehr falsch gewesen. Schade &#252;berdies, dass ich damals nicht wusste, was ich heute wei&#223;.</p>
<p><span id="more-2357"></span></p>
<h2>Ein Wort, drei Meinungen</h2>
<p>Zur Schreibung des Wortes <em>selbst(st)&#228;ndig</em> sind im Wesentlichen zwei Positionen g&#228;ngig:</p>
<p>1. An den Stamm <em>selb-</em> (den wir z. B. von <em>selber</em> kennen, der also durchaus noch existiert) wird <em>st&#228;ndig</em> rangeh&#228;ngt, darum hei&#223;t es <em>selbst&#228;ndig</em>. Die seit 1996 zugelassene Form <em>selbstst&#228;ndig</em> ist eine weitere &#252;berfl&#252;ssige Variante der neuen Rechtschreibung.</p>
<p>2. Bei diesem Wort wurden <em>selbst</em> und <em>st&#228;ndig</em> zusammengesetzt, und deshalb schreibt man es am besten mit Doppel-<em>st</em>, also <em>selbstst&#228;ndig</em>. Das zweite <em>st</em> wurde ja nur weggelassen, weil es der Aussprache besser entspricht und weil sich <em>stst</em> vielleicht sperriger liest.</p>
<p>Lange nach meinem Klausur-Fauxpas stie&#223; ich auf eine dritte Meinung, und die forderte mich heraus, der Sache genauer nachzugehen. Theodor Ickler behauptet in seinem Buch &#8220;Falsch ist richtig&#8221; n&#228;mlich Folgendes: <em>selbst&#228;ndig</em> und <em>selbstst&#228;ndig</em> sind keineswegs orthografische Varianten, sondern zwei verschiedene W&#246;rter. &#196;lter ist das vom Stamm <em>selb-</em> gebildete <em>selbst&#228;ndig</em>, aber auch <em>selbstst&#228;ndig</em> war zu keinem Zeitpunkt falsch und h&#228;tte schon immer als eigenst&#228;ndiger Eintrag im W&#246;rterbuch Platz finden m&#252;ssen. Ebenso seltsam findet es Ickler, dass nach der Rechtschreibreform das &#228;ltere Wort vom Bann der sich modern w&#228;hnenden Anwender getroffen wurde.</p>
<p>Ich m&#246;chte wetten, dass Sie eben dasselbe dachten wie ich nach der Lekt&#252;re: H&#246;? Zwei W&#246;rter? Und was bedeuten die dann jeweils? Diese Frage ist keinesfalls irrelevant, denn um zwei W&#246;rter annehmen zu k&#246;nnen, br&#228;uchte man auch einen erkennbaren Bedeutungs- und Gebrauchsunterschied. Vielleicht sind sie Synonyme? Ich verwende den Begriff <em>Wort</em> (bzw. <em>W&#246;rter</em>) ob der genannten Problematik im Folgenden in Anf&#252;hrungsstrichen.</p>
<h2>Ein alter Streit in der Sprachwissenschaft</h2>
<p>Die beiden „W&#246;rter“ existierten tats&#228;chlich lange Zeit nebeneinander. Und schon seit langem sind sie Gegenstand sprachwissenschaftlicher Meinungsverschiedenheiten. Zum Beispiel war man sich nicht einig dar&#252;ber, welches Wort das &#228;ltere sei. Und nat&#252;rlich das &#8220;bessere&#8221;. Das Grimm’sche W&#246;rterbuch (ab 1838) favorisierte <em>selbstst&#228;ndig</em>. Grimm war nicht gl&#252;cklich damit, dass sich die preu&#223;ische Schulorthographie gegen <em>selbstst&#228;ndig</em> entschieden hatte; in den preu&#223;ischen Rechtschreibregelungen war eine klare Entscheidung zugunsten von <em>selbst&#228;ndig</em> gefallen.</p>
<p>Auch im Duden wurde <em>selbstst&#228;ndig</em> fr&#252;her nicht gef&#252;hrt &#8211; bis zur Rechtschreibreform von 1996, die die beiden &#8220;W&#246;rter&#8221; zu gleichberechtigten orthografischen Varianten erkl&#228;rte.</p>
<h2>Fazit und mein eigener Senf</h2>
<p>Kein Wunder, dass sich Anwender mit der Auswahl von Varianten schwertun, wenn diese auch in der Sprachwissenschaft hei&#223;diskutiert sind. Diese Unsicherheiten werden naturgem&#228;&#223; auch in die W&#246;rterb&#252;cher mit hineingetragen. Ob Empfehlungen f&#252;r eine Variante das probate Mittel sind, mit solchen Zweifelsf&#228;llen umzugehen, sei grunds&#228;tzlich dahingestellt. Ich ziehe mir den Schuh als treuer Fan von <em>selbst&#228;ndig</em> nat&#252;rlich genauso an.</p>
<p>Warum ich an <em>selbst&#228;ndig</em> so h&#228;nge? Der eine Grund ist leicht vermittelt: Ich will den Lesern kein zweites <em>st</em> vors Auge schmei&#223;en, wenn’s nicht n&#246;tig ist. Das Weglassen des <em>st</em> stellt eine Leseerleichterung dar. Der zweite Grund bewegt sich im Bereich des pers&#246;nlichen Sprachempfindens: Viele der nichtsubstantivischen Zusammensetzungen mit <em>selbst</em> kann man im Regelfall erweitern und damit – mal besser, mal schlechter – paraphrasieren: Wer selbstverliebt ist, ist in sich selbst verliebt, wer selbstverantwortlich ist, zeigt sich f&#252;r sich selbst verantwortlich. Und so weiter. Bei <em>selbstvergessen</em> funktioniert die Ersetzung nicht, es hei&#223;t nicht etwa, dass man sich selbst vergisst. Aber sogar hier kann man die beiden eigenst&#228;ndigen W&#246;rter und ihren Bezug zueinander klar erkennen. Doch wie soll ich mir das bei <em>selbst</em> und <em>st&#228;ndig</em> zurechtbiegen? Zumindest sehe ich einen deutlichen Unterschied zwischen den aus <em>&#8220;selbst</em> + anderes Wort&#8221; gebildeten Zusammensetzungen und <em>selbst&#228;ndig</em>.</p>
<p>Egal, welcher Argumentation wir uns anschlie&#223;en und f&#252;r welches &#8220;Wort&#8221; bzw. welche Form wir uns entscheiden, wir k&#246;nnen zumindest nichts mehr falsch machen.</p>
<h3>Weiter- und nachlesen</h3>
<p>Ickler, Theodor: Falsch ist richtig. M&#252;nchen 2006, S. 105 &#8211; 108</p>
<p><a title="Eintrag zu &quot;selbst&quot; im Grimm'schen W&#246;rterbuch" href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=selbst&amp;lemid=GS25751&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GS25751L0" target="_blank">Deutsches W&#246;rterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm online, Eintrag <em>selbst</em></a> (ein <a title="Startseite W&#246;rterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm" href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB" target="_blank">Projekt</a> des Kompetenzzentrums f&#252;r elektronische Erschlie&#223;ungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universit&#228;t Trier)</p>
<h3>Anmerkung in eigener Sache</h3>
<p><span style="font-size: x-small;">Mein herzlicher Dank geht an Dr. Olaf Krause (Universit&#228;t Hannover) und Prof. Thomas Becker von der Universit&#228;t Bamberg f&#252;r die wertvollen Anregungen zu den verschiedenen Positionen. Prof. Becker verdanke ich auch den Hinweis auf das Grimm&#8217;sche W&#246;rterbuch und einige Informationen zum historischen Abriss dieses Artikels. Nicht alle konnten verwertet werden, aber alle waren hilf- und aufschlussreich.</span></p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F11%2F10%2Fselbstaendig-oder-selbststaendig%2F&amp;linkname=selbst%26%23228%3Bndig%20oder%20selbstst%26%23228%3Bndig%20%26%238211%3B%20ein%20alter%20Streit" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F11%2F10%2Fselbstaendig-oder-selbststaendig%2F&amp;linkname=selbst%26%23228%3Bndig%20oder%20selbstst%26%23228%3Bndig%20%26%238211%3B%20ein%20alter%20Streit" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F11%2F10%2Fselbstaendig-oder-selbststaendig%2F&amp;linkname=selbst%26%23228%3Bndig%20oder%20selbstst%26%23228%3Bndig%20%26%238211%3B%20ein%20alter%20Streit" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Aber bitte mit Komma (Teil 2)</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2010/02/16/aber-bitte-mit-komma-teil-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 16:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeichensetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutungsunterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ersten Teil dieses Artikels ging es um das Komma vor "aber", "jedoch", sondern in S&#228;tze wie "Klein, aber fein".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small;">Im <a title="&quot;Aber bitte mit Komma&quot;, Teil 1" href="http://www.keinekuhhaut.de/2010/01/28/aber-bitte-mit-komma-teil-1/" target="_blank">ersten Teil</a> dieses Artikels ging es um das Komma vor <em>aber</em>, <em>jedoch</em>, <em>sondern </em>in S&#228;tzen wie <em>Klein, aber fein</em>.</span></p>
<h2>Einschub oder kein Einschub?</h2>
<p>„Jetzt ist alles klar“, reiben Sie sich die H&#228;nde, und pl&#246;tzlich t&#252;rmt sich der folgende Satz vor Ihnen auf:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>&#196;ngstlich, aber doch voller Hoffnung, schritten sie auf ihr Ziel zu.</em></p>
</div>
<p>Hier stellt sich die Frage: Ist das zweite Komma &#8211; nach <em>Hoffnung</em> &#8211; korrekt?</p>
<p><span id="more-2280"></span><br />
Ich kann Ihnen eines vorab verraten: Dieser Punkt ist nicht explizit in der amtlichen Regelung gekl&#228;rt. Und selbst die Auskenner zerbrechen sich dar&#252;ber den Kopf. Beruhigen kann ich Sie aber auch: Vermutlich haben Sie bislang nicht so viel falsch gemacht, weil die M&#246;glichkeiten umfangreicher sind, als man vermuten mag.</p>
<p>Der Duden-Band „Punkt, Komma und alle anderen Satzzeichen“ (5. Aufl., 2007) vertritt die Meinung, hier d&#252;rfe kein zweites Komma stehen. Ich stimme dem zu, der Satz wird nach <em>Hoffnung </em>einfach fortgesetzt; es handelt sich im Regelfall nicht um einen Einschub.</p>
<h2>Ausnahmen von der Regel</h2>
<p>Wie gesagt, im Regelfall. Denn es gibt F&#228;lle, wo sich <em>aber doch voller Hoffnung</em> durchaus als Einschub verstehen l&#228;sst. Deshalb hat der Duden-Band ein T&#252;rchen offengelassen: „Manchmal kann man ein zweites Komma setzen, um die Entgegensetzung als weniger wichtigen Zusatz zu kennzeichnen.“ (Seite 106)</p>
<p>Das „weniger wichtig“ m&#246;chte ich relativieren. Durch das zweite Komma kann der der betreffende Textteil auch besonders hevorgehoben werden, dann ist er nicht weniger wichtig, im Gegenteil. In einer der &#228;lteren Auflagen des genannten B&#228;ndchens findet sich dazu ein sch&#246;nes Beispiel (ebenfalls Seite 106):</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Meine Schwester, jedoch nicht ihren Verlobten[,] hatten sie eingeladen.</em></p>
</div>
<p>Dies l&#228;sst sich auf zweierlei Weise lesen. Die erste Lesart entspricht der Duden-Bewertung, dass es sich um einen weniger wichtigen Zusatz handelt. Ein Beispiel dazu: &#8216;Meine Schwester hatten sie eingeladen. Ihren Verlobten &#252;brigens nicht.&#8217;</p>
<p>Die zweite Lesart hebt den Umstand, dass der Verlobte nicht eingeladen wurde, als besonders nennenswert hervor. Beispiel: &#8216;Meine Schwester hatten sie eingeladen. Aber nicht ihren Verlobten, stell dir das mal vor, sie musste alleine dorthin gehen, und Peter war ganz sch&#246;n sauer.&#8217;</p>
<p>Ich finde &#252;brigens, dass das Komma bei <em>aber </em>weglassbarer ist als bei <em>jedoch</em>. In obigem Satz w&#252;rde es mir schon schwerfallen, das Komma auf Urlaub zu schicken<em> (Meine Schwester, jedoch nicht ihren Verlobten hatten sie eingeladen.)</em></p>
<p>F&#252;r die besprochenen F&#228;lle k&#246;nnen wir also festhalten:</p>
<ul>
<li>Regul&#228;r nur ein Komma</li>
<li>In Ausnahmef&#228;llen als Einschub wertbar und dann mit zwei Kommas</li>
</ul>
<h2>Achtung: Der Bezug entscheidet mit</h2>
<p>Geht’s noch ein bisschen spezieller? Aber ja:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Ihr Verlobter wurde von den Schulzes, aber auch von den M&#252;llers nicht eingeladen.</em></p>
</div>
<p>Was ist in diesem Beispiel anders als in den vorigen? Man sieht es nicht auf den ersten Blick: <em>aber </em>bezieht sich hier nicht auf <em>von den M&#252;llers</em>, sondern auf <em>auch</em>, es verst&#228;rkt dieses <em>auch </em>quasi. Mit geringem Bedeutungsverlust k&#246;nnte man umformulieren:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Ihr Verlobter wurde von den Schulzes und [auch] von den M&#252;llers nicht eingeladen.</em></p>
</div>
<p>Oder lassen Sie <em>auch</em> einfach weg &#8211; ergibt der Satz dann die gleiche Bedeutung? Nein:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Der Verlobte wurde von den Schulzes, aber von den M&#252;llers nicht eingeladen. </em></p>
</div>
<p>In solchen F&#228;llen ist die Duden-Redaktion der Meinung, hier d&#252;rfe kein Komma gesetzt werden. (Siehe weiterf&#252;hrende Links unten.) Der schon erw&#228;hnte Duden-Band widerspricht mit einem Beispiel, das sehr &#228;hnlich aussieht:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Die meisten Eltern, aber auch einige Lehrer[,] waren daf&#252;r.</em></p>
</div>
<p>Hier kommt man nun wirklich ins Gr&#252;beln. Entspricht dieses Beispiel dem vorigen? Beide Tests sagen ja: Vergleichen Sie mit dem vorigen Beispiel, so kommt erwartungsgem&#228;&#223; heraus, dass die Ersetzung mit <em>und</em> funktioniert; das Weglassen von <em>auch</em> geht wieder schief:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Die meisten Eltern und [auch] einige Lehrer waren daf&#252;r.</em> </p>
<p><em>Die meisten Eltern, aber einige Lehrer waren daf&#252;r.</em> </p>
</div>
<p>Passt also. Und trotzdem ist es meines Erachtens bei diesem Satz eher denkbar, ein zweites Komma zu setzen, als bei unserem Beispiel mit dem Verlobten. Letztlich werden sich aber immer Kontexte finden lassen, die auch eine Interpretation als Einschub und damit ein Komma erm&#246;glichen.</p>
<p>Schwierig? Ja, schon. In diesem Bereich muss man sich gegebenenfalls den Einzelfall genau ansehen, und oft macht man es ja auch intuitiv richtig. </p>
<h3>Nach- und weiterlesen</h3>
<p>Berger, Dieter: Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen. 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Mannheim 1982 (&#228;lterer Duden-Band)</p>
<p>Stang, Christian; Steinhauer, Anja: Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen. 5., neu bearbeitete Auflage. Mannheim 2007 (Neuauflage des Duden-Bands)</p>
<p>Auf dem Blog <a title="Blog &quot;Neue deutsche Rechtschreibung&quot;" href="http://www.neue-rechtschreibung.net/" target="_blank">Neue deutsche Rechtschreibung</a> habe ich &#252;ber dieses Thema mitdiskutiert:<br />
<a title="Diskussion auf &quot;Neue deutsche Rechtschreibung&quot;" href="http://www.neue-rechtschreibung.net/2010/01/11/knifflige-kommas/" target="_blank">http://www.neue-rechtschreibung.net/2010/01/11/knifflige-kommas/</a> (siehe Kommentare)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mag Google Rechtschreibung?</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2010/01/26/mag-google-rechtschreibung/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 22:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über den Tellerrand geblickt]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;ber die Rechtschreibung im Internet gibt es geteilte Meinungen. Die einen halten das WWW f&#252;r eine Art Hort des organisierten Analphabetentums; die anderen denken, solange man Texte irgendwie verst&#252;nde, w&#228;re jeder Gedanke an korrekte Schreibung &#252;berfl&#252;ssig. Gerade f&#252;r diejenigen, die sich damit befassen, ihre Seiten googlefreundlich zu gestalten, k&#246;nnte das Thema Rechtschreibung relevanter sein, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;ber die Rechtschreibung im Internet gibt es geteilte Meinungen. Die einen halten das WWW f&#252;r eine Art Hort des organisierten Analphabetentums; die anderen denken, solange man Texte irgendwie verst&#252;nde, w&#228;re jeder Gedanke an korrekte Schreibung &#252;berfl&#252;ssig.</p>
<p>Gerade f&#252;r diejenigen, die sich damit befassen, ihre Seiten googlefreundlich zu gestalten, k&#246;nnte das Thema Rechtschreibung relevanter sein, als sie bislang ahnten. Martin Mi&#223;feldt hat sich in seinem <a title="Artikel &#252;ber Google und Rechtschreibung auf dem tagSeoBlog" href="http://www.tagseoblog.de/rechtschreibung-ein-ranking-faktor-blogkommentare-korrigieren">tagSEOBlog</a> damit auseinandergesetzt. Ausgangspunkt ist Mi&#223;feldts Beobachtung, dass Seiten mit korrekter Rechtschreibung stets auf vorderen Pl&#228;tzen l&#228;gen. Au&#223;erdem bietet Google Alternativvorschl&#228;ge, wenn man sich mal verschrieben hat.</p>
<p>Mi&#223;feldt hat ein interessantes Experiment veranstaltet, das er im verlinkten Artikel ausf&#252;hrlich beschreibt, es sei hier nur kurz zusammengefasst.</p>
<p><span id="more-2111"></span></p>
<p>Der Autor hat mehrere Texte ins Rennen geschickt, die er mit verschiedenen Fehlerquoten ausgestattet hat. Am Ende einer kurvigen Pr&#252;fungsreihe stimmten Resultat und Ausgangshypothese &#252;berein: Die fehlerlastigeren Texte mussten im Laufe der Zeit das Feld r&#228;umen und es den fehlerfreieren &#252;berlassen. Laut Mi&#223;feldt ist es durchaus m&#246;glich, dass Google Seiten, die schon l&#228;nger existieren, im Laufe der Zeit immer gr&#252;ndlicher auswertet und deshalb die rechtschreibst&#228;rkeren immer weiter in den Vordergrund r&#252;cken.</p>
<p>Mi&#223;feldt zieht zwei Schl&#252;sse aus diesem Resultat: Zum einen ist es sinnvoll, seine eigenen Texte einer gr&#252;ndlichen Pr&#252;fung zu unterziehen. Ob Rechtschreibpr&#252;fungstools daf&#252;r ausreichen, ist eine Frage, die ich an dieser Stelle offenlasse. F&#252;r Google k&#246;nnten sie durchaus hinreichend sein.</p>
<p>Zum anderen kann es sich lohnen, Kommentare des eigenen Blogs zu korrigieren, weil auch diese zum Rankingergebnis ihren Beitrag leisten. Das leuchtet ein, hat aber nat&#252;rlich Schattenseiten: Je nachdem, wie viele Kommentare man als Blogschreiber t&#228;glich durchz&#228;hlt, kann es zu einer lebensf&#252;llenden Aufgabe werden, sie alle zu bearbeiten. Und vielleicht ist nicht jeder Kommentator gl&#252;cklich damit, seine Anmerkungen korrigiert zu sehen. Ich h&#228;tte schon Ber&#252;hrungs&#228;ngste bei den Texten anderer. Doch das Argument, auf diese Weise googlefreundlicheren Content anbieten zu k&#246;nnen, ist nicht zu verachten.</p>
<p>Am Ende bleibt noch eine weitergehende &#220;berlegung, die all diejenigen betrifft, die sich der alten Rechtschreibung verpflichtet f&#252;hlen. Wenn korrekte Rechtschreibung ein Google-Wahlhelfer ist, dann vermute ich, dass hier die neue der alten Rechtschreibung vorgezogen wird. Die bereits erw&#228;hnten Alternativvorschl&#228;ge zu Suchbegriffen ereilen einen auch, wenn man Begriffe nach der alten Schreibung eingegeben hat.</p>
<p>Ein weiterer Knackpunkt ist: Wie sieht es mit Variantenschreibungen aus? Bevorzugt Google zum Beispiel die vom Duden favorisierten Varianten, oder erkennt die Suchmaschine andere Varianten gar nicht an? Welche Instanz entscheidet bei Google, was korrekte Rechtschreibung ist? Und was ist, wenn Google sich sich mal irrt?</p>
<p>Es bleibt auf jeden Fal interessant, dieses Thema weiterzuverfolgen. Mein pers&#246;nliches Fazit: Rechtschreibung ist nicht egal &#8211; auch dem Suchgiganten Google nicht. Damit kann ich trotz der genannten Vorbehalte gut leben.</p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F26%2Fmag-google-rechtschreibung%2F&amp;linkname=Mag%20Google%20Rechtschreibung%3F" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F26%2Fmag-google-rechtschreibung%2F&amp;linkname=Mag%20Google%20Rechtschreibung%3F" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F26%2Fmag-google-rechtschreibung%2F&amp;linkname=Mag%20Google%20Rechtschreibung%3F" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Das macht Sinn</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 14:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grammatik-Ausflüge]]></category>
		<category><![CDATA[Laut gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>
		<category><![CDATA[Helferlein]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben Sie schon mal von den Anglizismusj&#228;gern eins auf den Deckel bekommen, weil Sie der Meinung waren, etwas mache Sinn? Wenn Ihnen das (wieder) passiert, d&#252;rfen Sie gern mit einem der bekanntesten deutschen Sprachwissenschaftler im R&#252;cken kontern: Nach derzeitigem Wissensstand handelt es sich bei Sinn machen um keinen Anglizismus, zumindest kann dies nicht belegt werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haben Sie schon mal von den Anglizismusj&#228;gern eins auf den Deckel bekommen, weil Sie der Meinung waren, etwas mache Sinn? Wenn Ihnen das (wieder) passiert, d&#252;rfen Sie gern mit <a title="Vortrag von Peter Eisenberg, auf mediensprache.net dokumentiert" href="http://www.mediensprache.net/de/basix/reports/eisenberg_2007-12-12.aspx" target="_blank">einem der bekanntesten deutschen Sprachwissenschaftler</a> im R&#252;cken kontern: Nach derzeitigem Wissensstand handelt es sich bei <em>Sinn machen</em> um keinen Anglizismus, zumindest kann dies nicht belegt werden. Ich wette mal, &#228;hnlich wie im Fall von <em>etwas erinnern</em> wird noch ein Beleg daf&#252;r gefunden, dass es diesen Begriff schon seit langer Zeit im Deutschen gibt.</p>
<p>Der verlinkte Artikel protokolliert einen Vortrag von Peter Eisenberg und ist sehr lesenswert, weil er einige &#8220;Gewissheiten&#8221; &#252;ber Sprache und ihre korrekte Verwendung fundiert infrage stellt. Mir geht’s da auch an den Kragen, ich stehe n&#228;mlich auf Kriegsfu&#223; mit Wendungen des Typs <em>wie wenn</em> oder <em>wie er das sah, &#252;berkam ihn Freude </em>(also im Sinne von &#8216;in dem Augenblick, als er es sah &#8230;&#8217;). Auch bei <em>zu was,</em> <em>um was</em> etc. gehe ich auf die Barrikaden.</p>
<p>Ich glaube, beide Wahrheiten sind g&#252;ltig: Sprache und die Auffassung dar&#252;ber, was gut klingt, ver&#228;ndern sich. Andererseits muss man nicht &#252;ber alles frohlocken, was sich da ver&#228;ndert.</p>
<p>&#220;berdies ist es oft auch eine sehr pers&#246;nliche Sache: F&#252;r meine Gro&#223;mutter, die mich in ihrer Liebe zur Sprache gepr&#228;gt hat, waren solche Wendungen Fehler ohne Wenn und Aber. Und dann passierte es mir selbst: Eines Tages durfte ich dar&#252;ber staunen, dass es nicht <em>ich habe das hier zu liegen</em>, sondern <em>ich habe das hier liegen</em> hei&#223;t. Mit <em>zu liegen haben</em> bin ich aufgewachsen. Der gr&#252;ne Duden gab Auskunft, dass <em>zu</em> in diesem Fall standardsprachlich nicht korrekt sei, es aber im Berlinerischen gebr&#228;ulich w&#228;re. Alles klar, dort liegen meine Wurzeln.</p>
<p>Ich werde es nicht verhindern k&#246;nnen, dass <em>wie wenn</em> sich immer mehr durchsetzt. Doch mein Einspruch bei <em>anders wie ihr Mann</em> bleibt bestehen, weil das nicht nur meinen Augen und Ohren wehtut, sondern zudem inhaltlich &#252;berhaupt keinen Sinn macht.</p>
<h3>Weiter- und nachlesen</h3>
<p>Im Text zitiertes <a title="Protokoll von Peter Eisenbergs Vortrag auf mediensprache.net" href="http://www.mediensprache.net/de/basix/reports/eisenberg_2007-12-12.aspx" target="_blank">Protokoll einer Vorlesung von Peter Eisenberg</a> mit dem Titel &#8220;Korrektes Deutsch!&#8221; vom 12. Dezember 2007 auf mediensprache.net</p>
<p>Duden Band 9, Richtiges und gutes Deutsch, 6. Auflage. Dudenverlag 2007, S. 1039, oder Stichwort &#8220;zu&#8221;</p>
<p>[Edit vom 17.02.2010] <a title="Artikel &quot;Sinn haben, machen und behalten&quot; auf dem Textguerilla-Blog" href="http://www.textguerilla.de/2009/01/16/sinn-haben-machen-und-behalten/" target="_blank" class="broken_link">Artikel &#8220;Sinn haben, machen und behalten&#8221;</a> auf dem Textguerilla-Blog</p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F20%2Fdas-macht-sinn%2F&amp;linkname=Das%20macht%20Sinn" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F20%2Fdas-macht-sinn%2F&amp;linkname=Das%20macht%20Sinn" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F20%2Fdas-macht-sinn%2F&amp;linkname=Das%20macht%20Sinn" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Blog-Artikel</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2010/01/12/blog-artikel/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 20:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grammatik-Ausflüge]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ansichten dar&#252;ber, ob es das Blog oder der Blog hei&#223;t, gehen auseinander. Lange Gesichter bei allen, die auf eine Variante gewettet hatten: Falsch sind sie beide nicht; man kann sich nur &#252;berlegen, was vielleicht besser w&#228;re. Der Duden f&#252;hrt das Blog als Standardvariante &#8211; ich finde, da trifft er ins Schwarze. Das ist eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ansichten dar&#252;ber, ob es <em>das Blog</em> oder <em>der Blog</em> hei&#223;t, gehen auseinander. Lange Gesichter bei allen, die auf eine Variante gewettet hatten: Falsch sind sie beide nicht; man kann sich nur &#252;berlegen, was vielleicht besser w&#228;re. Der Duden f&#252;hrt <em>das Blog</em> als Standardvariante &#8211; ich finde, da trifft er ins Schwarze.</p>
<p>Das ist eine gute Gelegenheit, sich mal umzusehen, wie das Geschlecht (Genus) von Fremdw&#246;rtern ermittelt werden kann. <em>Blog </em>als Verk&#252;rzung von <em>Weblog </em>l&#228;sst sich durchaus in diesem Zusammenhang besprechen.</p>
<p>Es gibt dazu keine festen Regeln, aber zwei Kriterien, nach denen das Geschlecht von Fremdw&#246;rtern &#252;blicherweise gebildet wird.</p>
<p>Einige Endungen lassen sich einem bestimmten Genus zuordnen. W&#246;rter mit der Endung <em>-ion</em> sind weiblich: <em>die Situation, die Qualifikation, die Manipulation, die Flexion</em>. Bei <em>-ing</em> d&#252;rfen Sie das Neutrum auspacken: <em>das Handling, das Franchising</em>.</p>
<p>F&#252;r unser Weblog/Blog ist die erste Herleitung nicht relevant, wohl aber die zweite: Hier steht n&#228;mlich die deutsche &#220;bersetzung oder ein &#8220;sinnverwandtes&#8221; deutsches Wort Pate. Wie man <em>das Weblog </em>am sinnvollsten &#252;bersetzt bzw. &#252;bertr&#228;gt, ist etwas umstritten &#8211; die einen tendieren mehr zum Logbuch, die anderen zum Tagebuch. Gemeinsam ist den Begriffen, dass sie s&#228;chlichen Geschlechts sind. Ob Sie nun <em>der Logbuch</em> oder <em>der Tagebuch</em> sagen, schief ist es in jedem Fall.</p>
<p>Eine sinnvolle Herleitung f&#252;r <em>der Blog</em> kenne ich nicht, vermutlich eine reine Konvention. Gibt&#8217;s Vorschl&#228;ge dazu?</p>
<h3>Nachlesen</h3>
<p>Duden Band 9, Richtiges und gutes Deutsch, 6. Auflage. Dudenverlag 2007, S. 328, oder Stichwort &#8220;Fremdwort, 2. Genus&#8221;</p>
<h3>Weiterlesen und schmunzeln</h3>
<p>Eine pers&#246;nliche, hintergr&#252;ndige Sicht dazu liefert <a title="Artikel &#252;ber &quot;der/das Blog&quot; und den Duden 2.0 auf &quot;Dem Arzt ihm sein Blog&quot;" href="http://www.haus.dj/archives/172-Entlig-schraiben-wi-Mann-wil.html" target="_blank">&#8220;Dem Arzt ihm sein Blog&#8221;</a>. [Edit vom 27.01.2010]</p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F12%2Fblog-artikel%2F&amp;linkname=Blog-Artikel" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F12%2Fblog-artikel%2F&amp;linkname=Blog-Artikel" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2010%2F01%2F12%2Fblog-artikel%2F&amp;linkname=Blog-Artikel" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Rechtsfrage</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2009/06/05/rechtsfrage/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 14:51:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[FAQ]]></category>
		<category><![CDATA[Klein- und Großschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schreiben Sie Recht haben oder recht haben? Mir schl&#228;gt schon mal Verwunderung entgegen, weil ich mich &#252;ber die optionale Wiedereinf&#252;hrung des kleinen Rechts 2006 gefreut habe. Eine Frage an die Gro&#223;-Liebhaber: Wie schreiben Sie dann v&#246;llig Recht/recht haben? Auch gro&#223;? Wieso das einen Unterschied macht? Vergleichen Sie bitte Du hast &#252;beraus Recht mit Du hast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schreiben Sie <em>Recht haben</em> oder <em>recht haben</em>? Mir schl&#228;gt schon mal Verwunderung entgegen, weil ich mich &#252;ber die optionale Wiedereinf&#252;hrung des kleinen Rechts 2006 gefreut habe.</p>
<p>Eine Frage an die Gro&#223;-Liebhaber: Wie schreiben Sie dann <em>v&#246;llig Recht/recht</em> <em>haben</em>? Auch gro&#223;?</p>
<p>Wieso das einen Unterschied macht? Vergleichen Sie bitte <em>Du hast &#252;beraus Recht </em>mit <em>Du hast &#252;beraus Bauch</em> bzw. mit <em>Du hast total Verantwortung.</em></p>
<p>Die letzten beiden Beispiele vermitteln kein wirklich gutes Bauchgef&#252;hl, oder? Schauen wir mal, was <a title="Artikel &quot;Wortart&quot; bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wortart" target="_blank">Wikipedia</a> &#252;ber Gradpartikeln &#8211; auch Intensit&#228;tspartikeln genannt &#8211; wei&#223;: &#8220;Intensit&#228;tspartikeln markieren die Auspr&#228;gung adjektivischer Eigenschaften: sehr, recht, &#252;beraus.&#8221;</p>
<p>Wir kommen der Sache n&#228;her. Ich vermute, au&#223;er in umgangssprachlichen Wendungen wie <em>total Banane</em> oder <em>Das macht ziemlich Sinn</em> werden wir kaum auf korrekte Konstruktionen sto&#223;en, wo eine Gradpartikel ein Substantiv modifiziert. Und wenn das so ist, dann d&#252;rfte es auch f&#252;r <em>recht haben</em>/<em>geben/</em><em>behalten </em>etc. gelten.</p>
<p>Schreiben Sie&#8217;s immer noch gro&#223;? Pffft! <img src='http://www.keinekuhhaut.de/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2009%2F06%2F05%2Frechtsfrage%2F&amp;linkname=Rechtsfrage" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2009%2F06%2F05%2Frechtsfrage%2F&amp;linkname=Rechtsfrage" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2009%2F06%2F05%2Frechtsfrage%2F&amp;linkname=Rechtsfrage" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Fragliches Zeichen</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2008/09/21/fragliches-zeichen/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 14:48:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeichensetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutungsunterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass Kommas Probleme machen, sind wir ja gew&#246;hnt, aber ein harmloses Fragezeichen? Doch, die k&#246;nnen das auch &#8211; zum Beispiel im folgenden indirekten Fragesatz: James wollte wissen, ob alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren? In der Standard-Lesart ist das falsch. Diese Art Fehler schwingt sich durch die Textlandschaft und wird beileibe nicht nur von rechtschreibschwachen Anwendern gemacht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Kommas Probleme machen, sind wir ja gew&#246;hnt, aber ein harmloses Fragezeichen? Doch, die k&#246;nnen das auch &#8211; zum Beispiel im folgenden indirekten Fragesatz:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>James wollte wissen, ob alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren?</em></p>
</div>
<p>In der Standard-Lesart ist das falsch. Diese Art Fehler schwingt sich durch die Textlandschaft und wird beileibe nicht nur von rechtschreibschwachen Anwendern gemacht, im Gegenteil. Daf&#252;r gibt es Gr&#252;nde, n&#228;mlich einige &#228;hnlich gelagerte Konstruktionen, die mit Fragezeichen abgeschlossen werden, und nat&#252;rlich auch Grauzonen.</p>
<h3>Der Knackpunkt</h3>
<p>Bleiben wir zun&#228;chst bei James. Was ist hier &#252;berhaupt schiefgelaufen? <strong>Mit welchem Satzzeichen ein Satz schlie&#223;t, entscheidet nicht der untergeordnete, sondern der &#252;bergeordnete Satz</strong>: James wollte etwas wissen. Diese Aussage erfordert kein Fragezeichen, sondern einen Punkt. Wir erfahren dann im untergeordneten Satz, was James wissen wollte, der Satz berichtet also dar&#252;ber, er fragt nicht danach.</p>
<p>Aber Vorsicht, sobald der betreffende Satz allein steht, sieht die Sache schon wieder anders aus: <em>Ob sie vielleicht kurz Zeit f&#252;r mich hat? </em>Oder nehmen wir: <em>Tanja hatte die Nase voll und ist deswegen gegangen? </em>Vielleicht will der Sprecher sich hier vergewissern, ob der Sachverhalt wirklich zutrifft, vielleicht dr&#252;ckt er sein Erstaunen dar&#252;ber aus, dass Tanja seines Erachtens wegen einer Lappalie verschwunden ist. Wie auch immer, achten Sie beim Sprechen auf die jeweilige Betonung, wenn Sie einen Punkt oder ein Fragezeichen hinter die S&#228;tze stellen.</p>
<p>Und dann h&#228;tten wir da noch etwas aus der <strong>Grauzone</strong>:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Ich hoffe, dir geht&#8217;s gut?</em></p>
</div>
<p>Besonders aus dem informellen Schriftverkehr sind solche S&#228;tze nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie standardsprachlich nicht erste Wahl sind. Und m. E. gar nicht so falsch, weil hier der Nebensatz nicht Bestandteil einer Erz&#228;hlung ist, sondern die Fragestellung direkt zum Adressaten transportiert.</p>
<h3>Betonung reloaded</h3>
<p>Wollen Sie es noch mal mit der <strong>Betonung </strong>versuchen? Schauen wir uns das nun gemeinsam an:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Ich hoffe, dir geht&#8217;s gut.</em></p>
<p><em>Ich hoffe, dir geht&#8217;s gut?</em></p>
</div>
<p>Jetzt wissen Sie auch, wie Sie den &#8220;007&#8243;-Fehler vermeiden k&#246;nnen:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>James wollte wissen, ob alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren.</em></p>
</p></div>
<p>Hier haben wir einen Bericht, eine Erz&#228;hlung bzw. eine schlichte Aussage.</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>James wollte wissen, ob alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren?</em></p>
</p></div>
<p>Der gesamte Inhalt wird erfragt, zum Beispiel im Sinne von: &#8220;Was, das wollte er wirklich wissen? Dabei ist doch alles so perfekt abgesichert, er scheint ja kein Vertrauen in uns zu haben.&#8221;</p>
<p>Vielleicht haben Sie ja jetzt ein Quantum Sicherheit hinzugewonnen. <img src='http://www.keinekuhhaut.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F09%2F21%2Ffragliches-zeichen%2F&amp;linkname=Fragliches%20Zeichen" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F09%2F21%2Ffragliches-zeichen%2F&amp;linkname=Fragliches%20Zeichen" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F09%2F21%2Ffragliches-zeichen%2F&amp;linkname=Fragliches%20Zeichen" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Infinitiv im Rampenlicht</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2008/09/07/infinitiv-im-rampenlicht/</link>
		<comments>http://www.keinekuhhaut.de/2008/09/07/infinitiv-im-rampenlicht/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2008 14:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeichensetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wann der Infinitiv das Komma zu einem T&#228;nzchen einl&#228;dt, ist ja immer wieder eine spannende Frage. Besonders dann, wenn der Infinitiv sich auf die B&#252;hne stellt und als Subjekt des Satzes auftritt. Infinitiv als Subjekt Zu arbeiten war ihr immer wieder eine Freude. Bei diesem einfachen Infinitiv darf das Komma ohnehin noch sitzen bleiben. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wann der Infinitiv das Komma zu einem T&#228;nzchen einl&#228;dt, ist ja immer wieder eine spannende Frage. Besonders dann, wenn der Infinitiv sich auf die B&#252;hne stellt und als Subjekt des Satzes auftritt.</p>
<h3>Infinitiv als Subjekt</h3>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong><span style="color: #008080;">Zu arbeiten</span></strong> war ihr immer wieder eine Freude.</em></p>
<p>Bei diesem einfachen Infinitiv darf das Komma ohnehin noch sitzen bleiben. Die Zweifel kommen wie so oft beim erweiterten Infinitiv auf:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em><span style="color: #008080;"><strong>Mit diesem gro&#223;artigen Redaktionssystem zu arbeiten</strong></span> war ihr immer wieder eine Freude.</em></p>
</div>
<p>Oder:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em><span style="color: #008080;"><strong>Mit diesem gro&#223;artigen Redaktionssystem zu arbeiten,</strong></span> war ihr immer wieder eine Freude.</em></p>
</div>
<p>Das Komma beim sogenannten Subjektsinfinitiv ist jetzt erlaubt. Vor 1996 galt unabh&#228;ngig vom Faktor &#8220;erweitert &#8211; nicht erweitert&#8221; striktes Kommaverbot; nach meiner Lese- und Korrekturerfahrung wurde dieses Verbot zu Recht mit sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit missachtet. Auch beim <em>Redaktionssystem</em>-Satz juckt es einen in den Fingern, die Kommataste zu dr&#252;cken. Erst recht, wenn er noch &#8220;weiter&#8221; wird:</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em><span style="color: #008080;"><strong>Mit diesem gro&#223;artigen Redaktionssystem in einem Team begeisterter Autoren zu arbeiten,</strong></span> war ihr immer wieder eine Freude.</em></p>
</div>
<p>Zum Vergleich (absichtlich nicht markiert):</p>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Mit diesem gro&#223;artigen neu installierten Redaktionssystem in einem Team begeisterter Autoren zu arbeiten </em><em>war ihr immer wieder eine Freude.</em></p>
</div>
<p>Lesespa&#223; geht anders. Dass man den Satz ohnehin sch&#246;ner gestalten kann, stimmt auch, Beispiels&#228;tze haben das manchmal an sich. <img src='http://www.keinekuhhaut.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<h3>Infinitiv als Objekt</h3>
<div class="eingerueckt">
<p><em>Mit diesem neuen Redaktionssystem umgehen zu m&#252;ssen, wollte sie unbedingt vermeiden.</em></p>
</div>
<p>Haben wir hier eine Wahl? Nein, das Komma war und ist Pflicht. Das gilt freilich auch f&#252;r den einfachen Infinitiv: <em><span style="color: #008080;"><strong>Zu arbeiten,</strong></span> wollte sie unbedingt vermeiden.</em> Aus gutem Grund, ohne Komma wird&#8217;s hier ein ganzes St&#252;ck unverst&#228;ndlicher und missverst&#228;ndlicher.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Ist der Infinitiv ein Subjekt, k&#246;nnen Sie das Komma nach Notwendigkeit bzw. Gef&#252;hl setzen. Ist er ein Objekt, setzen Sie es immer.</p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F09%2F07%2Finfinitiv-im-rampenlicht%2F&amp;linkname=Infinitiv%20im%20Rampenlicht" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F09%2F07%2Finfinitiv-im-rampenlicht%2F&amp;linkname=Infinitiv%20im%20Rampenlicht" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F09%2F07%2Finfinitiv-im-rampenlicht%2F&amp;linkname=Infinitiv%20im%20Rampenlicht" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Blocksatz im Internet</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2008/08/26/blocksatz-im-internet/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 12:48:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über den Tellerrand geblickt]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Blocksatz habe ich in jungen Jahren mit Messer zwischen den Z&#228;hnen verteidigt, was anderes kam mir nicht aufs Blatt. Linksb&#252;ndige Texte empfand ich als un&#228;sthetisch, und sie strahlten so etwas Unfertiges aus; als ob sie darauf warteten, noch den letzten Feinschliff zu erhalten. Eines Tages kam der Trend zum Linksb&#252;ndigen auf; selbstverst&#228;ndlich habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Den <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Blocksatz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blocksatz" target="_blank">Blocksatz</a> habe ich in jungen Jahren mit Messer zwischen den Z&#228;hnen verteidigt, was anderes kam mir nicht aufs Blatt. Linksb&#252;ndige Texte empfand ich als un&#228;sthetisch, und sie strahlten so etwas Unfertiges aus; als ob sie darauf warteten, noch den letzten Feinschliff zu erhalten.</p>
<p style="text-align: left;">Eines Tages kam der Trend zum Linksb&#252;ndigen auf; selbstverst&#228;ndlich habe ich mich dem zun&#228;chst verweigert. Inzwischen bin ich umgefallen. Warum, was spricht eigentlich gegen dieses sch&#246;ne  Gestaltungsmittel? F&#252;r alles, was online publiziert wird, ist es bedingt tauglich, da in Internettexten keine Trennungen verwendet werden. Ein Beispiel aus dem vorigen Artikel demonstriert es:</p>
<p style="text-align: left;"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/uploads/2008/08/02_artikel_loecher.png" alt="L&#246;cher im Blocksatz-Text" width="400" height="92" /></p>
<p style="text-align: left;">Hier Trennungen einzuarbeiten, erh&#246;ht den Aufwand beim Publizieren massiv. Oder mit dem <a title="www.typolexikon.de/b/blocksatz.html" href="http://www.typolexikon.de/b/blocksatz.html" target="_blank">Typolexikon</a> gesprochen: &#8220;Ein qualitativ hochwertiger Blocksatz muss grunds&#228;tzlich immer h&#228;ndisch nachbearbeitet werden.&#8221; F&#252;r den professionellen Online-Einsatz eignet sich das nicht. Ber&#252;cksichtigen Sie auch die Spaltenbreite: Je schmaler der Text, desto Loch.</p>
<p style="text-align: left;">Noch sind wir bei der Optik, jetzt geht es ans Eingemachte, denn der Blocksatz ist schlechter lesbar. <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Flattersatz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flattersatz" target="_blank">Flattersatz</a> (= alle B&#252;ndigen) bietet mit seinen unterschiedlichen Zeilenl&#228;ngen mehr Abwechslung f&#252;rs Leserauge. In Bezug auf die visuelle Verarbeitung ist der Blocksatz also schlicht eint&#246;niger.</p>
<p style="text-align: left;">Vielleicht ist das individuell verschieden, zumindest war es mir in B&#252;chern noch nie negativ aufgefallen. Allerdings glaube ich, dass bei Internettexten etwas dran ist. Lesen am Monitor strengt im Vergleich zu Druck-Erzeugnissen ohnehin mehr an, und die Kombination aus den teilweise l&#246;chrigen Texten und der monotoneren Wirkung f&#252;rs Auge macht&#8217;s nicht besser. Aus diesem Grund habe ich mich auch in diesem Blog f&#252;r den Flattersatz entschieden. Vorerst.</p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F08%2F26%2Fblocksatz-im-internet%2F&amp;linkname=Blocksatz%20im%20Internet" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F08%2F26%2Fblocksatz-im-internet%2F&amp;linkname=Blocksatz%20im%20Internet" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F08%2F26%2Fblocksatz-im-internet%2F&amp;linkname=Blocksatz%20im%20Internet" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ist es empfehlenswert, einfach immer dann nach der alten Schreibung zu gehen, wenn das m&#246;glich ist?</title>
		<link>http://www.keinekuhhaut.de/2008/08/24/alt-und-neu/</link>
		<comments>http://www.keinekuhhaut.de/2008/08/24/alt-und-neu/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 19:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sato</dc:creator>
				<category><![CDATA[FAQ]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungshilfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Antwort lautet: Nicht automatisch, und zwar aus mindestens zwei Gr&#252;nden. 1. Zweifelsfrei gekl&#228;rt? K&#246;nnen Sie in jedem Fall eindeutig unterscheiden, welche Schreibung alt und welche neu ist? Meiner Erfahrung nach reibt sich jeder mal die Augen, weil man die Schreibungen genau andersherum verortet h&#228;tte. Beispiel: zu Stande/zustande. Was ist neu? Wer hier nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Antwort lautet: Nicht automatisch, und zwar aus mindestens zwei Gr&#252;nden.</p>
<h2>1. Zweifelsfrei gekl&#228;rt?</h2>
<p>K&#246;nnen Sie in jedem Fall eindeutig unterscheiden, welche Schreibung alt und welche neu ist? Meiner Erfahrung nach reibt sich jeder mal die Augen, weil man die Schreibungen genau andersherum verortet h&#228;tte.</p>
<div class="eingerueckt">
<p>Beispiel: <em>zu Stande</em>/<em>zustande</em>. Was ist neu?</div>
<p>Wer hier nach dem Muster von <em>zugrunde </em>bzw. <em>mithilfe </em>auf <em>zu Stande</em> = alt und <em>zustande</em> = neu getippt hat, lag schon falsch. Die Reformer haben 1996 die Schreibung <em>zu Stande</em> eingef&#252;hrt, um die (eigentlich langsam veraltenden) Gro&#223;-/Getrenntschreibungen systematisch durchziehen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Oder wussten Sie, um ein weiteres Beispiel zu nennen, dass <em>weh tun</em> alt und <em>wehtun </em>neu ist? Erlaubt ist beides.</p>
<p>Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie diese Unterscheidungen stets beherrschen, k&#246;nnen Sie das Kriterium &#8220;Ich bleibe immer beim Bew&#228;hrten&#8221; nat&#252;rlich anwenden. Ansonsten ist Vorsicht geboten.</p>
<h2>2. Nicht alles Neue ist schlecht</h2>
<p>Die neuen Regeln und Schreibungen lassen sich nicht alle &#252;ber einen Kamm scheren. Beispielsweise ist gegen das obengenannte <em>mithilfe </em>oder das ebenfalls neue <em>sodass </em>meines Erachtens nichts einzuwenden.</p>
<p>Wir k&#246;nnen als <strong>Fazit </strong>festhalten: Die beste Strategie ist, nach der Qualit&#228;t, nicht nach dem Geburtsdatum einer Schreibweise zu gehen.</p>
<p><a class="a2a_button_printfriendly" href="http://www.addtoany.com/add_to/printfriendly?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F08%2F24%2Falt-und-neu%2F&amp;linkname=Ist%20es%20empfehlenswert%2C%20einfach%20immer%20dann%20nach%20der%20alten%20Schreibung%20zu%20gehen%2C%20wenn%20das%20m%26%23246%3Bglich%20ist%3F" title="PrintFriendly" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/printfriendly.png" width="16" height="16" alt="PrintFriendly"/></a> <a class="a2a_button_twitter" href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F08%2F24%2Falt-und-neu%2F&amp;linkname=Ist%20es%20empfehlenswert%2C%20einfach%20immer%20dann%20nach%20der%20alten%20Schreibung%20zu%20gehen%2C%20wenn%20das%20m%26%23246%3Bglich%20ist%3F" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a class="a2a_button_facebook" href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.keinekuhhaut.de%2F2008%2F08%2F24%2Falt-und-neu%2F&amp;linkname=Ist%20es%20empfehlenswert%2C%20einfach%20immer%20dann%20nach%20der%20alten%20Schreibung%20zu%20gehen%2C%20wenn%20das%20m%26%23246%3Bglich%20ist%3F" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.keinekuhhaut.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save">Link senden / Lesezeichen</a> </p>]]></content:encoded>
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