Ist Rechtschreibung jugendfrei?

Man kann sich die Bezeichnungen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Jugendmediendienstestaatsvertrag oder JMStV schon mal merken. Kurz und verknappt gesagt geht es dabei darum: Der deutsche Teil des Internets soll ab 2011 quasi einer FSK-Regelung unterworfen werden, so wie beim Film. Die Diskussion über die Weltfremdheit und Zensurgeilheit (dieses Wort kann ich mir wahrscheinlich 2011 nicht mehr leisten :mrgreen: ) von Politikern ist in vollem Gange. Ebenso über die Frage nach der Vergleichbarkeit von Internet und Filmvertrieb bzw. -verleih und den Sinn von landesexklusiven Regelungen dieser Art. Google hilft hier weiter; einen interessanten Überblick bietet beispielsweise Telemedicus.

Vermutlich hat das Theater um die neue Rechtschreibung der Jugend mehr Schaden zugefügt als so mancher FSK-18-Film, aber das ist natürlich nur ein Scherz. ;-) So wenig ernst man den JMStV nehmen möchte, so wenig kommt man doch um ihn herum. Auch ich frage mich: Was nun? Etwa ebenfalls dichtmachen?

Wenn ich das richtig sehe, muss ich mir im Großen und Ganzen keine neuen grauen Haare wachsen lassen. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, für die kuhhaut das Nachrichtenprivileg des § 5 VIII in Anspruch zu nehmen. Oder darf ich das gar nicht, weil ich gleichzeitig gewerbliche Angebote führe? Muss ich auf jeden Fall einen Jugendschutzbeauftragten nennen? Ja und nein oder auch vielleicht bzw. vielleicht nicht, weil nix Genaues weiß zurzeit eigentlich niemand so recht. Die fachlichen und um Beruhigung bemühten Hinweise – beispielsweise des geschätzten law blog – sind wertvoll. Es lohnt sich aber auch, die Kommentare zu lesen, die zum Teil durchaus berechtigte Zweifel am Vetter’schen Optimismus beisteuern. Der Teufel liegt im verschieden auslegbaren Detail und in der Praxis.

Ich frage mich beispielsweise: Wie sieht es denn mit Verlinkungen aus? Wenn mein Blog rein und fein ist, ich aber auf ein Blog verweise oder verlinke, das im 4536. Artikel das Wort f… führt, habe ich mich dann selbst “beschmutzt”?

Momentan tut sich politisch ein klein wenig Hoffnung auf, denn zumindest die Grünen wachen wohl gerade auf. Die Betonung liegt auf klein, weil ich den Graben zwischen Politik und Vernunft für unüberbrückbar halte.

Fest steht: Es gibt die nächsten Tage reichlich Lektüre, um sich mehr Durchblick zu verschaffen. Ich halte für alle Fälle schon mal nach einem Jugendschutzbeauftragten Ausschau.

Ergänzende Artikel [Edit]

http://www.engeln.de/2010/12/0...die-lasslichen-einschatzungen/

http://www.pottblog.de/2010/12...-auswirkungen-auf-blogs-irren/

Mag Google Rechtschreibung?

Über die Rechtschreibung im Internet gibt es geteilte Meinungen. Die einen halten das WWW für eine Art Hort des organisierten Analphabetentums; die anderen denken, solange man Texte irgendwie verstünde, wäre jeder Gedanke an korrekte Schreibung überflüssig.

Gerade für diejenigen, die sich damit befassen, ihre Seiten googlefreundlich zu gestalten, könnte das Thema Rechtschreibung relevanter sein, als sie bislang ahnten. Martin Mißfeldt hat sich in seinem tagSEOBlog damit auseinandergesetzt. Ausgangspunkt ist Mißfeldts Beobachtung, dass Seiten mit korrekter Rechtschreibung stets auf vorderen Plätzen lägen. Außerdem bietet Google Alternativvorschläge, wenn man sich mal verschrieben hat.

Mißfeldt hat ein interessantes Experiment veranstaltet, das er im verlinkten Artikel ausführlich beschreibt, es sei hier nur kurz zusammengefasst.

Mehr lesen

Löchern Sie mich ruhig

Man wird zurzeit überschwemmt mit neuen Web-2.0.-Diensten und -Angeboten aller Art, aber wenn man etwas braucht, ist es nicht dabei. Seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einer unkomplizierten Möglichkeit, Ihnen zu ermöglichen, unverbindlich kleine Rechtschreibfragen und -problemchen loszuwerden. Zunächst dachte ich an Twitter – dieser Kandidat ist auch noch nicht aus dem Rennen. Aber nicht jeder hat sich dort angemeldet oder kennt sich damit aus.

Da kam in Gestalt eines interessanten Beitrags von perun ein anderer Dienst des Weges, der das zu bieten scheint, wonach ich suchte. Das ist einen Versuch wert, zumal der Ablauf denkbar einfach ist.

In der rechten Navigationsleiste finden Sie die neue Kategorie “Wo man mich im Netz findet”, dort ist der Link zu meiner formspring.me-Seite angegeben. Und da können Sie dann ohne Anmeldung anonym draufloslegen. Selbstverständlich freue ich mich ebenso, wenn Sie als registrierter Nutzer Fragen stellen.

Das Ganze ist ein Experiment. Ich behalte mir auch vor, Fragen, die thematisch irrelevant sind, unbeantwortet zu löschen oder die Antwort ob ihrer Komplexität auf einen anderen Kommunikationskanal zu verlegen. Garantie auf Antwort und Turbogarantie gibt’s natürlich nicht. Und kann es sein, dass die Spammer und Scherzkekse mich mehr löchern als Sie. Oder vielleicht sind Sie alle so fit, dass Sie mir gar keine Fragen stellen wollen. ;-)

Aber probieren wir’s doch einfach mal aus. :)

Es ist vollbracht

Es gab zwei Fragen, die andere und ich selbst mir in letzter Zeit gestellt haben: Wozu bist du mit zwei Auftritten, die thematisch verwandt sind, im Internet vertreten? Und: Gibt’s den Reader zum Workshop auch separat zu kaufen? Zudem hinkte der “kuhhaut”-Auftritt einfach seiner eigenen Entwicklung hinterher. 

Nun ist der große Umbau fertig – ein Dank auch an die beste aller Webmasterinnen. Was ist neu?

1. Statt des alleinigen Workshop-Angebots finden Sie mehrere Leistungen unter einem Dach versammelt: Lektorat, Vereinheitlichung und Workshop.

2. Ich habe den Reader noch mal grundlegend überarbeitet – an dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei meinem Lektor Dr. Olaf Krause für sein positives Feedback und viele wertvolle Anregungen bedanken.

3. Das Blog hatte seine strenge Ausrichtung auf die Nachbereitung des Workshops längst aufgegeben, der Radius wird sich auch zukünftig erweitern.

4. Die “kuhhaut” zwitschert. Das fühlt sich erst mal eigenartig an, daran muss ich mich gewöhnen; es hat aber durchaus Potenzial, sinnvoll genutzt zu werden – neben allem Spaß an der Freud, der auch sein darf.

In diesem Jahr geht es spannend los. Und genau das wünsche ich auch Ihnen – viele schöne, inspirierende Projekte, Erfolg und vor allem Gesundheit und Freude!

Großes Eszett

Die Nachricht ist schon ein paar Monate alt, aber vielleicht noch nicht jedem bekannt: Das Alphabet bekommt Zuwachs. Ausgerechnet dem Eszett hat die ISO (Internationale Organisation für Normung) den Rücken gestärkt – jenem Buchstaben, den einige gerne abschaffen würden.

Wenn Sie IN MASSEN ESSEN wollten, dann haben Sie das in einer Überschrift bislang mit Doppel-s verschriftlicht. Beim Lesen wusste man nicht so recht, ob man sich einschränken musste oder richtig zulegen durfte. Immer vorausgesetzt, die technischen Voraussetzungen sind gegeben, können Sie zukünftig in Überschriften durch das scharfe s Klarheit schaffen. Ob das ästhetisch ein Gewinn ist, steht auf einem anderen Blatt (schöner als in meinem Beispiel sieht’s bestimmt aus, ich bin kein Bildbearbeitungsprofi):

Beispiel für großes Eszett

Die einschlägige Rechtschreibregel ändert sich nicht – nach deutscher Rechtschreibung wird also weiterhin in Überschriften ß durch ss ersetzt. Niemand muss den Großbuchstaben ß verwenden.

Etwas kurios ist es schon, dass der Buchstabe einerseits von der ISO als Norm vorgegeben wird, andererseits nicht durch Rechtschreibregeln gedeckt ist. Aber wir haben uns an viel Kurioses gewöhnt, und letztlich werden die Anwender entscheiden, ob sie das große ß ins Herz schließen oder alles beim Alten bleibt. Diese Lizenz zur Freiheit stellt ihnen auch Kerstin Güthert, die Pressesprecherin des Rates für deutsche Rechtschreibung, aus.

Nach- und weiterlesen bei Heise und welt.de

http://www.heise.de/newsticker...ale-Norm–/meldung/109945

http://www.welt.de/kultur/arti...ukunft_fuer_das_grosse_ss.html

 



Ich mach was mit Büchern

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes
Rodney's Search Widget plugged in.